Weimarer Republik und der Zusammenbruch der Demokratie
Das Deutsche Kaiserreich endete 1918 mit der militärischen Niederlage im Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution. Daraus entstand die erste parlamentarische Demokratie auf deutschem Boden: die Weimarer Republik. Die neue Verfassung von 1919 garantierte weitreichende Grundrechte, führte das Frauenwahlrecht ein und verankerte ein starkes Parlament, verlieh dem Reichspräsidenten aber auch weitreichende Notstandsrechte (Artikel 48).
Die Republik stand unter enormem Druck. Kriegsfolgen, Reparationen, wirtschaftliche Erschütterungen wie die Hyperinflation 1923 und die Weltwirtschaftskrise ab 1929 entzogen der jungen Demokratie die Stabilität. Gleichzeitig wurde der Staat von extremen linken und rechten Kräften erbittert bekämpft. Politische Gewalt, Putschversuche und Morde schwächten das Vertrauen in die Institutionen. Das Scheitern ist jedoch nicht monokausal aus äußeren Bedingungen abzuleiten, sondern war auch Folge fehlenden gesellschaftlichen Rückhalts.
Ab 1930 zerbrach die Große Koalition der demokratischen Parteien. Die nachfolgenden sogenannten Präsidialkabinette regierten nur noch mit Notverordnungen des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg unter Umgehung des Parlaments. Die Entmachtung des Reichstags und die verhängnisvollen Entscheidungen konservativer Eliten gipfelten am 30. Januar 1933 in der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler, womit die Zerstörung der Republik besiegelt wurde.

Berlin, Wahlpropaganda zur Reichstagswahl (Mai 1924)
Die Aufnahme dokumentiert, wie politische Gruppen den öffentlichen Raum im Reichstagswahlkampf 1924 besetzten.
Quellenkritischer Hinweis: Zu sehen ist völkische Wahlpropaganda. Das Bild wird als Beleg für die aggressive politische Mobilisierung und Radikalisierung in der Weimarer Republik gezeigt – nicht als dekoratives Motiv oder Zustimmung zu den abgebildeten Botschaften.
Bildnachweis: Bundesarchiv, Bild 102-00394 / Urheber unbekannt
Quelle: Wikimedia Commons · Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE
„Das Deutsche Reich ist eine Republik. Die Staatsgewalt geht vom Volke aus.“

